Avowed wird vielleicht nicht das Regelbuch für RPGs neu schreiben, aber es bietet etwas wirklich Besonderes für diejenigen, die sich nach bedeutungsvoller Erkundung sehnen. Hier liegt ein unbestreitbarer Zauber, der an Morrowinds bahnbrechenden Ansatz zum Weltenbau erinnert – jenes legendäre RPG, das Open-World-Abenteuer prägte, bevor der Begriff zum Mainstream wurde.
Inhaltsverzeichnis
- Die Welt von Pillars of Eternity
- Erste Eindrücke in einem wahnsinnigen Paradies
- Geheimnisvolle Schätze an jeder Ecke
- Unerzählte Geschichten werden lebendig
- Grenzenlose Möglichkeiten durch Entdeckung
Die Welt von Pillars of Eternity

In die Version des Pillars-of-Eternity-Universums von Avowed einzutauchen, fühlt sich an, als betrete man eine lebendige, atmende Welt. Man braucht kein enzyklopädisches Wissen über das Franchise – die Umgebung selbst erzählt die Geschichte durch subtile Details und organische Gespräche. Als Gesandter des Kaisers Aedyr untersucht man eine bizarre Seelen-Seuche, die in den Lebenden Landen die Geister verdreht. Aber hier ist der Haken: Man ist kein gewöhnlicher Ermittler. Diese ungewöhnlichen Pilzwucherungen auf dem Kopf? Das ist das Zeichen göttlichen Eingreifens – auch wenn es ein verlockendes Rätsel bleibt, welcher Gott einen auserwählt hat.
Erste Eindrücke in einem wahnsinnigen Paradies

Die Ankunft im ironischerweise Paradies genannten Ort könnte nicht chaotischer sein. Von wahnsinnigen Aedyran-Soldaten schiffbrüchig gemacht, findet man sich in einer Stadt wieder, in der die Autorität zusammengebrochen ist. Tore sind verrammelt, Beamte sind verschwunden, und die Straßen vibrieren vor gesetzloser Energie – klassisches RPG-Chaos vom Feinsten. Mein erster Impuls? Direkt in den Ozean beim Hafen zu tauchen, wo versunkene Reichtümer mich fast das Leben meines Charakters kosteten. Vom Ausweichen vor Schmugglern bis zum Durchstöbern jedes zugänglichen Gebäudes belohnte die Welt meine Neugier sofort.
Geheimnisvolle Schätze an jeder Ecke

Ein unvergessliches frühes Abenteuer führte mich dazu, ein verschlossenes Haus auszurauben, bevor ich wie eine RPG-Bergziege Gerüste erklomm. Die Leuchtturm-Belohnung? Eine Schatzkarte, mythische Stiefel mit eigener Hintergrundgeschichte und eine Aussicht, die mir den Atem raubte. Dann brach die Nacht herein und enthüllte biolumineszente Pilze, die verborgene Pfade erleuchteten. Die Welt überrascht einen immer wieder: Truhen, die unter Spinnweben versteckt sind, münzgefüllte Nester auf Balken, Rucksäcke, die gefährlich über Klippen baumeln. Selbst das Werfen von Eisgranaten ins Wasser schuf temporäre Plattformen, um versunkenes Beutegut zu erreichen.
Unerzählte Geschichten werden lebendig

Diese Entdeckungen drehen sich nicht nur um Beute – sie sind narrative Goldgruben. Vorräte auf Dächern führen zu neuen Quests; Wasserfall-Verstecke bergen seltene Artefakte. Ich werde nie vergessen, wie ich auf diesen blinden Mann und seine verängstigte Frau stieß, die sich vor Söldnern versteckten, oder die moralisch graue Entscheidung, den gesundheitsregenerierenden Ring des Edelmanns für mich selbst zu behalten. Selbst tragische Liebesgeschichten entspringen der Umgebung – wie das Finden zweier umschlungener Skelette nahe einem Aufzug zu den nördlichen Wildnissen, gefolgt vom Kampf gegen reptiloide Plünderer und ihren riesigen Vollstrecker.
Grenzenlose Möglichkeiten durch Entdeckung

Acht Stunden Spielzeit habe ich kaum die Hauptquest angekratzt – zu beschäftigt damit, mit Builds und Item-Synergien zu experimentieren. Schwere Rüstung veränderte meinen Kampfansatz; Stab-und-Schild-Hybride offenbarten neue Taktiken. Der wahre Zauber? Jeder Durchlauf könnte sich basierend auf den eigenen Entscheidungen anders entfalten. Mit unzähligen noch wartenden Geheimnissen und zu meisternden Mechaniken bietet Avowed jene seltene Erfahrung, bei der die Reise selbst zur Geschichte wird. Es ist ein Liebesbrief an alles, was RPGs außergewöhnlich macht – und ich kann kaum erwarten zu sehen, was diese Welt noch bereithält.